Wo die schlausten Schweizer wohnen


Spezielle Rangliste der Gemeinden

Was hat ein gut gefüllter Geldbeutel mit der Bildung eines Kindes zu tun? Diese Frage ist sicher schnell beantwortet wenn man weiß, dass man für die besten Privatschulen, besten Internate und besten elitären Privatuniversitäten eine Menge Geld hinlegen muss. Die Sache hat allerdings in der Praxis einen grossen Haken oder besser gesagt zwei grosse Haken. Erstens  haben nur wenige Eltern das Geld, um ihre Kinder auf eine dieser Bildungseinrichtung zu schicken und zweitens ist es auch oft eine Frage der Intelligenz, die eine Bildung beeinflusst. Dabei ist das letztere weder abfällig noch böse gemeint, aber nicht jedes Kind kommt schlau zur Welt. Was aber bis vor kurzen wohl niemand wusste ist, dass es einen ganz anderen und zwar denkbar einfachen Weg gibt, der Bildung seiner Kinder etwas Gutes zu tun. Einen Weg, für den man nicht unbedingt reich sein muss. Neugierig: Nun, man muss einfach so früh wie möglich entweder in die Gemeinde Zollikon ziehen. Zur Not tut es die Gemeinde Chêne-Bougeries auch. In diesen Gemeinden besitzen mehr als die Hälfte der Bevölkerung einen besonders hohen Bildungsstand. So haben in der Züricher Goldküstengemeinde 53 Prozent der Einwohner ab 25 Jahren ein Hochschulstudium oder eine höhere Berufsbildung vollendet, in Chêne-Bougeries immerhin noch stolze 51 Prozent. In keiner anderen Schweizer Gemeinde ist der Bildungsstand so hoch. Zu diesem Ergebnis ist das Bundesamt für Statistik (BFS) gekommen. Die Statistiker des Bundesamtes haben für ihre Erkenntnis Daten ausgewertet, die im Rahmen der Strukturerhebung der eidgenössischen Volkszählung erhoben wurden. Natürlich haben sie dabei die statistisch vorhandene Bildung aller 162 Schweizer Städte ausgewertet. So folgen auf dem zweiten und dritten Platz der Rangliste liegen Pully (Waadt) und Küsnacht (Zürich) mit Akademikerquoten von rund 50 Prozent. Von den zehn grössten Städten der Schweiz weisen Zürich und Genf mit 46 respektive 44 Prozent die grössten Anteile solcher Abschlüsse aus. Danach folgen Bern mit 43 Prozent und Lausanne 40 Prozent.

Es bleiben noch Fragen offen

Warum dieses so ist, konnten die Statistiker leider nicht beantworten, denn weder wurden die Einkommensverhältnisse und die gesellschaftlichen Strukturen in diesen Gemeinden untersucht noch die dort vorhandenen und zugänglichen Bildungseinrichtungen. So bleibt als letzte Vermutung wohl nur, dass man in den betreffenden „schlauen“ Gemeinden über das Geheimnis des „Nürnberger Trichters“ verfügt. Übrigens: wenn man den Statistikern vertraut, dann sollte man mit seinen Kindern auf gar keinen Fall in die Westschweiz ziehen, denn die Bewohner der dortigen Gemeinden weisen gemessen an allen anderen Gemeinden das niedrigste Bildungsniveau auf.