Unlautere Praxis: Ghostwriter für akademische Arbeiten


Es ist oft schwierig, einen Ghostwriter zu erkennen

Dass das Schreiben eines wissenschaftlichen Textes eine schwierige und zeitaufwändige Arbeit ist weiß wohl jeder, der bereits einen solchen für das Erlangen eines akademischen Abschlusses angefertigt hat. Diese Schwierigkeiten verleitet so manchen darüber nachzudenken, die Hilfe eines Ghostwriters in Anspruch zu nehmen. Aber genau ein solches ist das Kerngeschäft der Ghostwriting-Agentur ACAD WRITE, die auch in der Schweiz ihre Dienste anbietet. Zwar ist eine solche Inanspruchnahme eines Ghostwriters verboten, aber dennoch findet die Agentur immer wieder neue Kunden. Dieses dürfte auch daran liegen, dass es im Gegensatz zu reinen Plagiaten für die Universitäten oder für Vereine, die sich auf Internetrecherchen zur Aufdeckung von Plagiaten spezialisiert haben, sehr schwierig ist, eine vorliegende Arbeit als „gekauft“ zu identifizieren.

Uni Bern stellt Strafanzeige

Der aus vorgenannten Gründen immer mehr zunehmende Praxis, Ghostwriter bei dem Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten in Anspruch zu nehmen, versucht nun, nach der Universität St. Gallen auch die Universität Bern einen Riegel vorzuschieben. Laut deren Generalsekretär Christoph Pappa soll versucht werden, durch eine von der Universität veranlasste Strafanzeige diese Praxis unterbinden zu können. „Zwar hegen unsere Dozenten hin und wieder den Verdacht, dass ein Studierender ein Papier nicht selber geschrieben habe.“, so Pappa, „aber beweisen lässt sich so etwas im Gegensatz zu Plagiaten zumeist nur sehr schwer“. Und er fuhr fort „mit der Anklage gegen den kommerziellen Anbieter versuchen wir, nunmehr auf einer anderen Ebene gegen das Ghostwriting vorzugehen“.

Nicht alle Universitäten wollen rechtliche Schritte einleiten

Leider ziehen sich andere Schweizer Universitäten der Einleitung von rechtlichen Schritten (noch) nicht an. Vielmehr stützen sie sich weiterhin auf bestehende Reglements und Weisungen. Darüber hinaus verlassen sie sich auf die als Folge eines aufgedeckten Ghostwritings verhängten drastischen Strafen. Die Eidgenössisch Technische Hochschule (ETH) in Zürich schließt sogar das Kaufen von Arbeiten von ihren Studenten fast gänzlich aus, denn an der ETH sind wissenschaftliche Arbeiten in der Regel mit Laborversuchen