Uni Zürich richtet den weltweit ersten Lehrstuhl für Muttermilch-Forschung ein


Im internationalen Vergleich schneiden die Schweizer Universitäten seit Jahrzehnten traditionell hervorragend ab. Der Schlüssel zu diesem findet sich unter anderem darin, dass sie besonders auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung hervorragende Arbeit leisten und als besonders innovativ gelten. Und nun scheint es so, dass unter dem Hintergrund der Innovationsfreudigkeit wieder einmal Maßstäbe gesetzt werden. So gab die Universität Zürich am 07. Juli 2015 bekannt, dass sie einen medizinischen Lehrstuhl für Muttermilch-Forschung einrichten wird. Ein solcher sei, so teilte die Uni Zürich weiter mit, weltweit der erste Lehrstuhl dieser Art. Ziel sei es, neue Erkenntnisse über die Inhaltsstoffe von Muttermilch und ihre funktionellen Eigenschaften zu gewinnen. Auf den ersten Blick klingt der Begriff „Muttermilch-Forschung“ sicherlich überraschend, aber von den Ergebnissen der Forschung dürften sicherlich weltweit Millionen von Säuglingen profitieren, sofern die Ergebnisse erfolgreich sind. Es ist oft festgestellt worden, dass Muttermilch insbesondere bei Frühgeborenen die Infektionsrate und damit auch die Sterblichkeitsrate senkt. Auch entwickeln sich durch die Einnahme von Muttermilch die Babys sowohl körperlich als auch geistig besser. Darüber hinaus leiden Kinder, die gestillt wurden, seltener an Allergien, Diabetes und Fettleibigkeit. Auch Mütter die stillen scheinen von diesem zu profitieren, denn sie haben im Wochenbett weniger Depressionen. Auch erkranken sie weniger häufig an Brustkrebs als Frauen, die nicht stillen. Allerdings wurden alle diese positiven Erkenntnisse, die man Muttermilch zurechnet, bislang lediglich aus Beobachtungsstudien gewonnen. Diese wiederum sind anfällig für Verzerrungen und lassen keine wissenschaftlich fundierte Aussage zu. Dieses soll nun durch den neuen Lehrstuhl an der Uni Zürich geändert werden. Dieser soll laut Mitteilung der Uni in 2016 seine Arbeit aufnehmen und dann mindestens 25 Jahre lang betrieben werden. Die Anschub-Finanzierung für den Lehrstuhl erfolgt durch die „Larsson-Rosenquist-Stiftung“, die hierfür einen Betrag von 20 Millionen Franken bereit gestellt hat. Im Rahmen der Forschung wird die Uni Zürich dabei mit der „University of Australia“ zusammenarbeiten. Dort finanziert die Stiftung einen zweiten Lehrstuhl, der die Forschung im Bereich der Biochemie betreibt.