Turbulenzen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt


Düstere Prognosen für den Schweizer Arbeitsmarkt. Obwohl die Arbeitslosenquote zurzeit noch bei 3,1 Prozent verharrt und es im ersten Dafürhalten so erscheint, dass die Quote den Frankenschock kompensiert hat, scheinen schwarze Wolken aufzuziehen. Schenkt man aktuellen Umfragen Glauben, so dürfte es bereits im Herbst auf dem Schweizer Arbeitsmarkt turbulent werden. Laut einem Bericht der „SonntagsZeitung“ sollen angeblich über 80 Prozent der Schweizer Firmen Maßnahmen im Personalbereich wie zum Beispiel Arbeitszeiterhöhungen bei gleichem Lohn oder nominale Lohnkürzungen planen. Die Hälfte aller Firmen wird laut dem Bericht wohl zu noch drastischeren Maßnahmen, wie zum Beispiel Stellenabbau, greifen, um währungsbedingte Konkurrenznachteile auszugleichen. Verstärkt werden die düsteren Aussichten auch durch eine Umfrage der Nationalbank (SNB). Hier gaben zwei Drittel der befragten Unternehmen an, bereits Personalmaßnahmen getroffen zu haben. Dazu gehören auch Verlagerungen in das Ausland. Dazu passt auch eine Mitteilung der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich. Diese schätzt, dass die Arbeitslosenquote bis Ende 2015 auf vier Prozent steigen wird. Wenn auch scheinbar noch nicht eindeutig geklärt ist, ob diese Prognosen ausschließlich auf die Freigabe des Franken-Kurses durch die Nationalbank im Januar zurück zu führen sind, so scheint sich dieses dennoch zu bestätigen. Fakt ist, dass die Exporte aus der Schweiz rückläufig sind und hiervon besondere kleinere Firmen betroffen sind. Hierzu passt auch die aktuelle Meldung, dass über die Möbelfabrik Karl Schuler AG in Rothenthurm der Konkurs eröffnet wurde und die 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Job verlieren. So wie deren Geschäftsführer mitteilte, sei der Betrieb, der ausschließlich im Inland produzierte, seit der Freigabe des Franken-Kurses nicht mehr konkurrenzfähig gewesen. Nicht nur für die Mitarbeiter ist der Konkurs ein harter Schlag (die finanzielle Situation des Unternehmens lässt wohl auch keinen Sozialplan zu), sondern auch für die Gemeinde Rothenthurm. Bislang war die Möbelfabrik die größte Arbeitgeberin in der Gemeinde. Laut Gemeindevizepräsident Pirmin Abegg verliert nunmehr jeder zehnte Erwerbstätige in Rothenthurm seine Stelle.