Schlechte OECD-Prognose für die Schweiz


Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) veröffentlicht bekannter Weise zwei Mal im Jahr einen Wirtschaftsausblick für ihre Mitgliedsstaaten insbesondere sowie für die Weltkonjunktur im Allgemeinen. Nunmehr liegt die erste Prognose für das Jahr 2015 vor. In der Summe wird nach Ansicht der OECD-Experten für 2015 mit einem globales Wachstum von 3,1 Prozent gerechnet. Dieses ist allerdings ein halber Prozentpunkt weniger, als noch im November des vergangenen Jahres prognostiziert wurde. Als Ursache nennt hierfür die OECD den Rückgang der Konjunktur in den USA und in China. Für das Jahr 2016 rechnet man jedoch wieder mit einer schrittweisen Belebung der Weltkonjunktur. Er gibt allerdings Ausnahmen bei der pessimistischen Erwartung für 2015. Hierzu zählt Deutschland, der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Hier hob die OECD ihre Erwartungen an und rechnet für 2015 mit einem Plus von 1,8 Prozent. Es bleibt zu hoffen, dass dieses vielleicht auch Auswirkungen auf die Schweizer Konjunktur hat, denn die Prognose der OECD für die Schweiz hört sich nicht allzu gut an. Hier prognostiziert die OECD nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 0,8 Prozent in 2015 und von 1,7 Prozent in 2016. Im vergangenen Jahr hatte die OECD für 2015 noch mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von1,5 Prozent gerechnet. Den Grund für die schlechtere Prognose sieht die OECD darin, dass die starke Frankenaufwertung der von den Exporten ausgehenden Wirtschaftsdynamik ein Ende gesetzt habe. So seien die Ausfuhren und Einfuhren seit Anfang Jahres drastisch eingebrochen. Hierunter leiden insbesondere die Exporte und die Unternehmensinvestitionen. Da die Gewinnmargen vieler Schweizer Firmen auf den Exportmärkten bereits vor der Aufwertung relativ gering waren, drohen bei weiter schrumpfenden Gewinnen der Aufschub von Investitionen und der Abbau von Arbeitsplätzen. Allerdings sollte man dennoch den weiteren Verlauf der Konjunktur in der Schweiz nicht allzu pessimistisch sehen, denn laut OECD werden steigende Reallöhne, gesunkene Ölpreise und extrem niedrige Zinsen den Konsum in der Schweiz stützen. Als wachstumsfördernde Maßnahmen nennt die OECD unter anderem die Bereitstellung von höheren Finanzierungsmitteln für Kinderbetreuung und Bildung von Zuwanderungskindern. Hiermit sollen die Beschäftigungschancen der Schweizer Frauen verbessert werden.