Mehr Transparenz über Nebentätigkeiten der Professoren und Professorinnen an der Uni Zürich


Was an anderen Universitäten wie zum Beispiel an den Universitäten Bern und Basel gegeben ist, soll nun auch an der Universität Zürich realisiert werden: Professoren und Professorinnen sollen künftig ihre Interessenbindungen offenlegen. Zu dieser Transparenz will der Züricher Kantonsrat die Universität zwingen. Dieses wurde von dem Rat im Rahmen einer entsprechenden Änderung des Universitätsgesetzes in erster Lesung beraten. Die zweite Lesung mit der Schlussabstimmung wird in etwa vier Wochen stattfinden. Interessant ist sicherlich, dass die Verpflichtung zur Transparenz im Parlament bis dato unbestritten war. So waren alle Fraktionen dafür, dass Professoren und Professorinnen künftig grundsätzlich Auskunft über ihre Nebentätigkeiten geben sollen. Bislang ist dieses an der Universität Zürich freiwillig. Die parlamentarische Initiative hierfür wurde von Grünen, Grünliberalen und SP eingebracht. Mit der geplanten Änderung sollen Interessenkonflikte zu verhindert werden. Auslöser des ganzen war das umstrittene Sponsoring der UBS an der Universität Zürich. Das Aussmass dieses Sponsorings war bislang geheim. Allerdings führte die massive öffentliche Kritik dazu, dass die Universität Anfang des Jahres eine Sponsoring-Verordnung einführte, die das Ziel hat, die Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen regeln und diese transparent machen. Gemeint sind damit zum Beispiel ein Sitz in einem Stiftungsrat, eine Beratungstätigkeit für eine Krankenkasse oder andere Nebentätigkeiten. So begründete ein Sprecher der Gründen den Vorstoss mit den Worten: „Es ist wichtig zu wissen, für wen ein Professor sonst noch arbeite. Dieses nicht zuletzt auch deshalb, weil Professoren auch immer wieder den Medien Auskunft geben würden. Wie sieht nun das Ergebnis der ersten Lesung aus? Die ursprüngliche Initiative wurde in abgeänderter Form unterstützt. Während die ursprüngliche Vorlage noch forderte, dass die Universität die Nebentätigkeiten der Professoren und Professorinnen in einem Register öffentlich macht, lässt die aktuelle Variante jedoch die Art und Weise der Publikation offen. Das heißt mit anderen Worten, dass die Universität Zürich künftig selbst entscheiden könnte, was mit den Daten passieren soll. Dieses führte jedoch dazu, dass die Alternative Liste (AL) in der Debatte forderte, dass der Universitätsrat möglichst schnell eine Lösung ausarbeiten soll, wie dieser die Daten öffentlich machen will.