Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz ist bedenklich gestiegen


Das Ergebnis einer Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) macht nachdenklich: das Arbeitslosigkeitsrisiko für 15- bis 24-Jährige hat sich in der Schweiz im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte merklich erhöht. Waren aus dieser Gruppe in den Jahren 1991 bis 1993 noch durchschnittlich 4,7 Prozent der Jugendlichen erwerbslos, sind es heute 7,5 Prozent. Das Ergebnis der Studie hat nun dazu geführt, dass die KOF Jugendliche als eine besondere Risikogruppe hinsichtlich einer drohenden Arbeitslosigkeit einstuft. Interessant ist sicherlich auch, dass die Arbeitslosenquote der betroffenen Altersgruppe deutlich über den Quoten der anderen Altersgruppen liegt. In der Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen sind es 4,9 Prozent, in der Altersgruppe der 40- bis 54-Jährigen lediglich 3,4 Prozent. Deprimierend ist sicherlich auch, dass bei den Jugendlichen auch das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit deutlich höher liegt, als bei den anderen Altersgruppen. So bleiben immer mehr 15- bis 24-Jährige über ein Jahr oder länger ohne Job. Die Ergebnisse der Studie zeigen aber auch, dass insbesondere junge Frauen sowie Jugendliche, die in marktnahen Dienstleistungsbranchen beschäftigt sind, von dem negativen Trend betroffen sind. Eine mögliche Ursache sehen Experten in der erhöhten Nachfrage nach Qualifikationen und Fähigkeiten seitens vieler Arbeitgeber. Auch eine fehlende Berufserfahrung von Jugendlichen könnte eine Rolle spielen. Im Endergebnis befürchtet die KOF, dass sich die Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen zunehmend verschlechtert. Dass sie daher vor langfristigen Auswirkungen warnt, ist sicherlich verständlich. Da ist es sicherlich kein Trost, dass trotz des schlechten Ergebnisses der erfassten Altersgruppe die Schweiz bei der Jugendarbeitslosigkeit im europäischen Vergleich sehr gut abschneidet. So ist die Arbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union, basierend auf einem Durchschnittswert, mit 20,6 Prozent fast dreimal so hoch wie in der Schweiz. In Staaten wie Griechenland, Spanien und Italien ist fast jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Niedriger als in der Schweiz liegt die Arbeitslosenquote von Jugendlichen mit 7,1 Prozent lediglich in Deutschland. Aber auch das ist etwas, worauf man nicht stolz sein kann.