Google und die Schweiz


Ist der Google-Standort Zürich in Gefahr?

Es ist noch frisch in Erinnerung: Als Resultat der Volksabstimmung im Februar 2014 wurde eine Begrenzung der Zuwanderung fest gelegt. So heisst es hier, dass jeder der künftig mehr als vier Monate in der Schweiz arbeiten will, eine Arbeitserlaubnis benötige. Bevor eine solche Erlaubnis erteilt wird, muss in jedem Einzelfall geprüft werden, ob es für diese Stelle geeignete Schweizer Arbeitskräfte gibt. Aber was ist, wenn von internationalen Konzernen Mitarbeiter im Ausland rekrutiert werden, die dann in der Schweiz tätig sein sollen, weil man diese in der Schweiz hinsichtlich einer speziell erforderlichen Qualifikation nicht finden konnte? Hier macht zurzeit der Internet Riese Google schlechte Erfahrungen. Dabei steht der Google Standort Zürich im Mittelpunkt der Kritik des Konzerns. Google wollte mehrere neue Mitarbeiter, die aufgrund ihrer Kompetenz außerhalb der EU angestellt wurden, nach Zürich versetzen. Allerdings machte nach Angaben eines amerikanischen Konzern-Managers das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit einen Strich durch die Rechnung. „Diese Mitarbeiter landeten letztendlich alle in London“, sagte er. Und er fügte hinzu, dass es in seinem Verantwortungsbereit in diesem Jahr nur zwei Zugänge in Zürich gegeben hätte, in London hingegen zwanzig. Wenn sich diese Praxis nicht ändern sollte und Zürich nicht mehr Zuwanderung zulassen würde, dann würde nach seiner Ansicht der Standort Zürich an Bedeutung verlieren. Ein weiteres Problem sieht der Google Manager in der Erfassung der Arbeitszeiten, welche die Schweiz durchsetzen will.

Wirtschaft hat bislang von einer Zuwanderung profitiert

Dass die Schweiz in der Vergangenheit von Zuwanderungen profitiert hat, folgert als Ergebnis einer Studie auch der Schweizer Städteverband. Dank ausländischen Spezialistinnen und Spezialisten hätten sich das Qualifikationsniveau und die Arbeitsproduktivität gesteigert, so informiert der Städteverband. Ein solches habe die Konjunktur stabilisiert und die Wirtschaft krisenresistenter gemacht. Auch die Forschung in der Schweiz habe sich stark internationalisiert und damit auch ihre Innovationsfähigkeit gestärkt. Aus dieser Aussage kann man durchaus folgern, dass die Schweiz immer von einer Zuwanderung profitiert hat.