Folgen der Frankenaufwertung: Des einen Freud, des anderen Leid


Des einen Freud, des anderen Leid! Die Aufwertung des Franken hat auf den europäischen und weltweiten Finanzmärkten für einige Turbulenz gesorgt. Zur Erinnerung: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte für viele überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben. Diese Wechselkurs-Bindung wurde vor einigen Jahren eingeführt, um die Schweizer Exportwirtschaft vor einem zu starken Franken zu schützen. Nach der Entscheidung der SNB zog die Schweizer Währung darauf zeitweise um fast 30 Prozent an. Was bedeutet das nun für die Schweizer Wirtschaft? Sicherlich ist es unbestritten, dass aufgrund dieser Schrittes zumindest kurzfristig negative realwirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten sind. Es wird sogar mit einem leichten Rückgang des Schweizer Bruttoinlandproduktes gerechnet. Mittelfristig dürfte sich allerdings die Schweizer Wirtschaft wieder von dem „Anpassungsschock“ erholen. Bis dahin hat jedoch die Schweizer Tourismusbranche zu leiden, denn ein Urlaub in der Schweiz dürfte sich für Urlaubsuchende aus den EURO-Ländern verteuern. Freuen dürften sich allerdings die Einzelhändler in den grenznahen ausländischen Gebieten der Schweiz wie zum Beispiel in Baden-Württemberg. Und dieses zu Lasten der einheimischen Schweizer grenznahen Einzelhändler! So wird es für Schweizer noch attraktiver, im nahen deutschen Grenzgebiet einzukaufen oder essen zu gehen. Ein Beispiel: Wer als Schweizer bis dato für eine Cola zu 2 Euro umgerechnet etwa 2,40 Franken bezahlen musste, zahlt er jetzt nur noch etwas mehr als 2 Franken. Da sitzt für so manchen sicherlich der Franken noch etwas lockerer. Einkaufen in Deutschland werde für Schweizer nun noch günstiger, so stellt auch der Einzelhandelsverband Südbaden erfreut fest. Hinzu kommt, so der Einzelhandelsverband, dass neben Währungseffekten auch das geringere Preisniveau im Handel gegenüber der Schweiz eine entscheidende Rolle spielt. Muss nun unter Betrachtung dieser Ausführungen den Schweizer Währungshütern ein Vorwurf gemacht werden? Sicherlich nein, denn es dürfte wohl kein Zufall gewesen sein, dass die Entscheidung der SNB kurz vor der Bekanntgabe des enormen Anleihenkaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) stattfand. Und hier wollte man wohl weitest gehend unabhängig vor einem unstabilen EURO sein.