Erwerbslosenquote so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr


Bestimmte Gruppen besonders hart betroffen

Obwohl die Erwerbslosenquote in der Schweiz international gesehen im dritten Quartal dieses Jahres mit 4,9 Prozent noch äußerst moderat ist, ist diese Höhe für die Schweiz selbst schon fast eine Katastrophe. Eine Erwerbslosenquote von 4,9 Prozent ist der höchste Wert seit mehr als vier Jahren. Dieses führt dazu, dass es viele warnende Stimmen gibt, die vor einer weiteren kritischen Entwicklung warnen. Aber was sind die Gründe für die hohe Quote? Laut der „Sonntagszeitung“ liegt der Hauptgrund im starken Franken, der immer mehr Unternehmen dazu zwingt, besonders Tätigkeiten mit geringer Wertschöpfung ins Ausland auszulagern. Die Folge ist, dass dadurch viele Jobs verloren werden, die für gering qualifiziere Arbeiter, Berufseinsteiger und Ausländer, potenziell geeignet sind. Die Aussage der „Sonntagszeitung“ scheint auch dahin gehend bestätigt zu sein, als dass diese drei Gruppen gemäß ILO ein besonders großes Risiko tragen, arbeitslos zu werden.

Starker Franken wird kritisch gesehen

So wie die Zeitung weiter berichtet, soll der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, Daniel Lampart, die Politik auffordert haben, das „Steuer“ in der Schweiz dringend herum zu reissen. Dabei spricht er unter anderem von einem besseren Kündigungsschutz, von mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie von mehr Alternativen bei der Frühpensionierung. Ganz besonders fordert Lampart verbindliche Maßnahmen der Nationalbank gegen die Frankenstärke. Als Beispiel nennt einen neuen Mindestkurs zum Euro. Auch Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Er spricht zwar nicht konkret die „Schwäche“ der Frankenstärke an, warnt aber vor einer schleichenden Deindustrialisierung, die die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben könnte. Hierzu passt eine Umfrage der Beratungsunternehmen Deloitte und BAK-Basel unter vierhundert Unternehmen aus Maschinenbau, der Elektroindustrie und der Metallindustrie. Laut Umfrage haben ca. ein Viertel der befragten Unternehmen angegeben, dass sie unter dem Druck des Höhenflugs des Frankens darüber nachdenken, über eine Verlagerung eines Teiles ihrer Produktion aus der Schweiz hin in den Euroraum nachzudenken. Noch bedenklicher ist es, dass laut Umfrage ca. ein Fünftel diesen Plan bereits umgesetzt hat.