Bundesrat stellt 100 Millionen Franken für zusätzliche Medizinstudienplätze bereit


Man stelle sich vor, dass man plötzlich krank wird und sich nun bei einem Hausarzt behandeln lassen will. Doch dann erfährt man bei der Suche nach einem solchen, dass dieser zurzeit keine Neupatienten aufnimmt. Dieses Schreckensszenario erfahren in letzter Zeit immer mehr Neupatienten. Eines der vielen Beispiele hierfür ist Zürich. Hier nehmen laut dem „Verein Hausärzte Stadt Zürich“ nur noch weniger als zwanzig Prozent der Hausärzte neue Patienten auf, weil sie überlastet sind. Der Grund liegt in dem seit Jahren diskutierten Ärztemangel in der Schweiz, der allerdings nicht nur Hausärzte betrifft. Vielmehr ist es so, dass die Schweizer Universitäten seit Jahren zu wenige Studienplätze anbieten, um die medizinische Grundversorgung sicher zu stellen. Um diese zu gewährleiten, wären Schätzungen nach pro Jahr ca. 1300 medizinische Abschlüsse nötig. Tatsächlich beenden zurzeit pro Jahr weniger als 1000 Medizinstudenten ihr Studium. Dieses ist aber nicht ein Problem fehlender Interessenten für ein Medizinstudium (jährlich interessieren sich bis zu 5000 Maturanden für ein Medizinstudium) sondern vielmehr der Geldmangel der Universitäten. Hinzu kommt, dass zurzeit die Universitäten durch die Kantone finanziert werden. Hilfe ist also hier nur durch den Bund zu schaffen. Genau dieses scheint nunmehr zu geschehen. So hat der Bundesrat beschlossen, mit 100 Millionen Franken zusätzliche Medizinstudienplätze in der Schweiz zu schaffen. Dieser Betrag soll ab 2017 verteilt über vier eingesetzt werden. Allerdings muss das Parlament noch über die Bundeshilfe befinden. Sollte dieses geschehen – was zu erwarten ist – so würde die Finanzspritze dazu ausreichen, um jährlich 250 weitere Ärztinnen und Ärzte auszubilden. Dieses bedeutet, dass an den Schweizer Universitäten jährlich ca. ein Viertel mehr Ärzte ausgebildet werden können, als es bislang geschieht. In diesem Zusammenhang erhofft sich Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann auch, dass künftig weniger ausländische Arbeitskräfte in die Schweiz geholt werden müssen. Aber auch der Qualitätsstandard muss eine Rolle spielen. So sagte der Wirtschaftsminister im SRF unter anderem: „Es ist auch wichtig, dass es uns gelingt, unsere Mediziner auf unseren Qualitätsansprüchen aus unseren Kulturkreisen mit unseren Sprachkenntnissen bereitzustellen“.