Bundesgericht: Unterhaltszahlung bis zur Pensionierung


Nachehelicher Unterhalt
Drum prüfe wer sich ewig bindet! Wenn der Himmel voller Geigen ist und man vor einer Heirat steht, denkt sicherlich niemand an eine spätere Scheidung. Ein solches würde ja bedeuten, dass die Schwüre von ewiger Liebe vielleicht doch nicht so ganz echt sind. Und schon gar nicht denkt man an einen eventuellen nachehelichen Unterhalt, der nach einer Scheidung anfallen kann. Trotzdem sollte man(n) vielleicht ein wenig über ein Urteil nachdenken, dass das Bundesgericht gesprochen hat. Hier heißt es, dass derjenige der seinem geschiedenen Partner nachehelichen Unterhalt bezahlen muss, grundsätzlich bis zur Pensionierung in der Pflicht steht. Ein solches gilt auch dann, wenn der geschiedene andere Teil bereits früher in Rente geht.
Klage einer geschiedenen Ehefrau
Zu beurteilen war von dem Bundesgericht der Fall eines Paares mit zwei erwachsenen Kindern, die sich im Jahr 2014 nach 22jähriger Ehe scheiden ließen. Sowohl die heute 62jährige Frau als auch ihr heute 52 Jahre alte früherer Ehemann sind berufstätig. Vor dem Bundesgericht verlangte die Frau nunmehr, dass ihr Ex-Ehemann ihr bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2017 eine monatliche Unterhaltszahlung in Höhe von 3000 Franken ausrichten müsse. Dieses solange, bis er im Jahr 2028 selbst in Rente geht. Als Begründung gab die Frau an, dass sie zwar selbst über zwei Säulen von insgesamt 3000 Franken verfüge, ihre Lebenshaltungskosten aber doppelt so hoch seien. Der Gang vor das Bundesgericht tätigte die Frau deswegen, weil die Aargauer Justiz im Vorfeld ihre Forderung abgelehnt hatte. Sie sei seit 1999 erwerbstätig und habe sich eine genügende Altersvorsorge aufbauen können. So die Aargauer Justiz.
Lange Ehedauer ist auch entscheidend
Das Bundesgericht sah dieses tatsächlich anders, als die Aargauer Justiz und kam zu dem Urteil, dass die Frau aufgrund der langen Ehedauer und der gemeinsamen Kinder grundsätzlich einen Anspruch auf die Weiterführung des Standards habe, den sie in ihrer Ehe gelebt hatte. Wenn sie dieses durch ihre eigenen Säulen nicht erreichen könne, so müsse ihr geschiedener Mann dieses ausgleichen und zwar solange, bis er selbst in Rente gehe.