Alno ist insolvent


Der zweitgrösste deutsche Küchenhersteller Alno muss Insovlenz anmelden. Für die Schweizer Tochter AFP Küchen hatte die desolate Lage bereits Konsequenzen.

Der zweitgrösste deutsche Küchenhersteller Alno ist pleite. Das Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern, das seit Jahren als Sanierungsfall gilt, will beim Amtsgericht Hechingen Insolvenz anmelden, wie es am Dienstagabend im südbadischen Pfullendorf mitteilte.

Alno und die westfälische Tochter Gustav Wellmann seien zahlungsunfähig, nachdem die Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Gläubigern gescheitert seien. Das Unternehmen plane eine Insolvenz in Eigenverwaltung, also unter der Regie des neuen Vorstandschefs Christian Brenner, der Ende Mai Max Müller abgelöst hatte. Darüber muss allerdings noch das Gericht entscheiden. Brenner gilt als Vertreter des Grossaktionärs Tahoe Investors, hinter dem die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steht. Quelle: http://www.handelszeitung.ch


Was regelt das Insolvenzrecht alles?

Das Insolvenzrecht regelt die Beziehung zwischen Gläubiger und Schuldner bei

  • Überschuldung des Schuldners,
  • drohender Zahlungsunfähigkeit oder
  • Zahlungsunfähigkeit.

Das zentrale Gesetz im Insolvenzrecht ist die Insolvenzordnung (InsO). Sie stellt mit dem Insolvenzverfahren ein Verfahren zur Verfügung, mit welchem die Forderungen der Gläubiger (zumindest teilweise) geordnet befriedigt und die Entschuldung des Schuldners herbeigeführt werden soll.

Dabei wird zwischen der allgemeinen Regelinsolvenz, welche auf Selbstständige beziehungsweise Gewerbetreibende sowie juristische Personen anwendbar ist, und der Verbraucherinsolvenz nach den §§ 304 fortfolgende InsO unterschieden. Letztere ist bei Zahlungsunfähigkeit natürlicher Personen einschlägig.

Insolvenzverfahren – Kurz skizziert

Schuldner oder Gläubiger können nach den §§ 2 und 3 InsO beim örtlich zuständigen Amtsgericht, welches als Insolvenzgericht tätig wird, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Daraufhin hat der Richter von Amts wegen zu prüfen, ob der Antrag zulässig und begründet ist.

Beim Schuldnerantrag kommt es auf seine Insolvenzfähigkeit nach § 11 InsO an. Beim Gläubigerantrag muss dieser das Bestehen von Forderungen gegen den Schuldner sowie einen Eröffnungsgrund gemäß § 14 InsO hinreichend glaubhaft machen. Bei juristischen Personen oder Selbstständigen kommt es grundsätzlich zum Regelinsolvenzverfahren.

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